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Umgang mit Stress bei ME/CFS – Warum echte Entlastung entscheidend ist



Leben mit **ME/CFS** (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) bedeutet für viele Betroffene einen dauerhaften Ausnahmezustand. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Stress – in welcher Form auch immer – muss konsequent aus dem gesamten System herausgenommen werden.


Durch Infektionen und eine erhöhte Viruslast befindet sich der Körper häufig ohnehin in ständiger Alarmbereitschaft. Das autonome Nervensystem ist dauerhaft im „Kampf-oder-Flucht“-Modus. Der **Sympathikus** ist überaktiviert – der Körper steht unter Spannung, selbst wenn äußerlich scheinbar Ruhe herrscht.


Genau hier liegt ein zentraler Ansatzpunkt:

Der **Parasympathikus**, also der Teil des Nervensystems, der für Regeneration, Heilung und Entspannung zuständig ist, muss wieder aktiviert werden. Es braucht einen echten, spürbaren Ausgleich zwischen Sympathikus und Parasympathikus. Ohne diesen Ausgleich bleibt der Körper im Dauerstress – und Heilung oder Stabilisierung werden massiv erschwert.


Stress hat viele Gesichter


Stress entsteht nicht nur durch die körperliche Belastung der Infektion selbst. Auch berufliche Anforderungen, private Konflikte, Erwartungen von außen oder der eigene innere Druck können das System zusätzlich überfordern.


Deshalb reicht es nicht, nur „ein bisschen“ zu entspannen.

Es braucht eine ehrliche Bestandsaufnahme:


* Welche Situationen kosten Kraft?

* Welche Beziehungen sind belastend?

* Wo funktioniere ich nur noch, statt bewusst zu handeln?


Aus meiner Erfahrung heraus ist klar: Jeglicher unnötige Stress muss reduziert werden. Das betrifft äußere Umstände genauso wie innere Antreiber.


Ein Umfeld, das Sicherheit gibt


Ein ganz entscheidender Faktor ist das Umfeld. Menschen mit ME/CFS brauchen einen Raum, in dem sie nicht funktionieren **müssen**, sondern funktionieren **dürfen**, wenn es möglich ist.


Ein Umfeld, das:


* Verständnis zeigt

* keinen Leistungsdruck erzeugt

* Ruhe ausstrahlt

* Sicherheit vermittelt


Diese Form von emotionaler und äußerer Entlastung ist kein Luxus – sie ist essenziell.


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ME/CFS verlangt ein radikales Umdenken im Umgang mit Energie und Belastung. Der Körper ist ohnehin im Alarmmodus. Deshalb ist es so wichtig, bewusst für Regulation zu sorgen, den Parasympathikus zu stärken und Schritt für Schritt alles aus dem System zu entfernen, was zusätzlichen Stress erzeugt.


Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen:

Erst wenn wirkliche Ruhe einkehren darf – innerlich und äußerlich – entsteht überhaupt die Möglichkeit zur Stabilisierung.

 
 
 

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