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Parasympathikus aktivieren bei ME/CFS – Wege zur Stabilisierung des Nervensystems





Bei **ME/CFS** (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) ist das Nervensystem häufig dauerhaft überaktiviert. Viele Betroffene – mich eingeschlossen – erleben einen Zustand ständiger innerer Alarmbereitschaft. Der Sympathikus dominiert, der Körper steht unter Spannung, selbst ohne äußeren Stressor.


Gerade wenn – wie in meinem Fall – eine hohe Belastung durch Corona-Spike-Proteine im Raum stand, hatte ich das Gefühl, mein System kommt überhaupt nicht mehr zur Ruhe. Deshalb wurde für mich ein Thema zentral: **Wie aktiviere ich gezielt den Parasympathikus – insbesondere über den Vagusnerv?**


Hier möchte ich meine persönlichen Erfahrungen teilen.


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1. Vagusnerv-Stimulation über den linken Ohrlappen (TENS)


Eine der effektivsten Maßnahmen für mich war die transkutane Vagusnerv-Stimulation mit einem TENS-Gerät am **linken Ohrlappen**.


Es gibt mittlerweile vorkonfigurierte Geräte, die speziell für diese Form der Stimulation entwickelt wurden. Der Vagusnerv hat dort einen zugänglichen Ast (aurikulärer Ast), der über die Haut stimuliert werden kann.


Meine Erfahrung:


* sanfte, regelmäßige Anwendung

* niedrige Intensität

* kurze Einheiten


Das führte bei mir zu einer spürbaren Beruhigung des Nervensystems. Kein „Wow-Effekt“ – aber eine allmähliche, stabile Regulierung. Genau diese kleinen, kontinuierlichen Impulse waren entscheidend.


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2. Shakti-Matte – Regulation über Durchblutung und Reizsetzung


Ein fester Bestandteil meiner Morgenroutine war das Liegen auf der Shakti-Matte (Akupressurmatte mit vielen kleinen Nadeln).


Anfangs kostet es Überwindung. Doch nach wenigen Minuten entsteht:


* verstärkte Durchblutung

* Wärmegefühl im Körper

* muskuläre Entspannung

* ein deutlich ruhigerer innerer Zustand


Für mich war das eine Art „Reset“ am Morgen. Der Körper bekam einen starken, aber kontrollierten Reiz – und konnte danach besser loslassen. Gerade bei einem System, das permanent im Stressmodus ist, scheint dieser gezielte Reiz eine Art Gegenregulation anzustoßen.


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3. Atemtechniken – der direkteste Zugang zum Nervensystem


Die Atmung ist wahrscheinlich der unmittelbarste Weg, um auf das autonome Nervensystem einzuwirken. Ich habe mich intensiv mit verschiedenen Techniken beschäftigt:


Box-Breathing (4-4-4-4)


* 4 Sekunden einatmen

* 4 Sekunden halten

* 4 Sekunden ausatmen

* 4 Sekunden halten


Sehr strukturierend und stabilisierend.


Buteyko-Atmung


* sanfte, reduzierte Nasenatmung

* leichte Atempausen

* Fokus auf CO₂-Toleranz


Diese Methode hat mir geholfen, das Gefühl von innerer Unruhe und Überatmung zu reduzieren.


4-7-8-Atmung (zum Einschlafen)


* 4 Sekunden einatmen

* 7 Sekunden halten

* 8 Sekunden ausatmen


Besonders hilfreich am Abend, um den Körper bewusst in den Parasympathikus zu führen.


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Kleine Stellschrauben – große Wirkung


Was ich gelernt habe:

Es ist nicht die eine große Maßnahme. Es sind die kleinen, regelmäßigen Stellschrauben.


* sanfte Vagus-Stimulation

* bewusste Reizsetzung (z. B. Akupressur)

* gezielte Atemregulation

* konsequente Stressreduktion


All das zusammen hat mir geholfen, mein Nervensystem langsam aus einem chronischen Alarmzustand herauszuführen.


Gerade bei ME/CFS, wenn das System durch Infektionen oder virale Bestandteile ohnehin dauerhaft aktiviert ist, braucht es Geduld und sehr feine Regulation. Überforderung verschlechtert meist alles. Sanfte, kontinuierliche Impulse hingegen können Stabilität aufbauen.


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Ein wichtiger Hinweis


Diese Erfahrungen sind persönlich und ersetzen keine medizinische Beratung. Besonders bei ME/CFS ist Vorsicht wichtig – jede Intervention sollte individuell angepasst und sehr behutsam getestet werden.


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Aus meiner Sicht ist die Stabilisierung des Nervensystems einer der zentralsten Hebel bei ME/CFS.

Nicht durch Druck.

Nicht durch „Pushen“.


Sondern durch konsequente, liebevolle Regulation – Schritt für Schritt zurück in die Sicherheit.

 
 
 

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